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AUF DEN SPUREN DER SALZBURGER EXULANTEN VON BAYERN INS FRÜHERE KÖNIGREICH POLEN (und weiter nach OSTPREUSSEN)

Die 2. Vertreibungswelle der Salzburger Exulanten erfolgte im Winter 1731/32 unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung, vor allem in den evangelischen Gebieten, durch die man zog. Im Gegensatz zu der Vertreibung der Protestanten Innerösterreichs (wie erwähnt, war das Salzburger Land damals unabhängig) einige Jahrzehnte vorher, war nun der Zug organisiert und wurde von Marschkommissaren nach Ostpreussen begleitet. König Friedrich Wilhelm I. von Preussen hatte den Salzburgern angeboten, sie in seinem Staatsgebiet aufzunehmen. Ziel der Reise war der Raum Gumbinnen in Preussisch-Litauen, ein Gebiet welches heute zu Litauen und dem russischen Teil von Ostpreussen gehört. Ein Grossteil dieses Landes wurde bereits 1918 nach dem 1. Weltkrieg verloren, das restliche Gebiet Ostpreussens nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1945.

Die Karte oben zeigt den Weg der Salzburger nach Ostpreussen (bzw. nach Cadzand in den Niederlanden und den USA) unter Darstellung der heutigen Landesgrenzen in diesem Gebíet.

Die Stadt Augsburg in Bayern (links) war der erste grosse Zwischenstopp der Exulanten auf dem Weg nach Ostpreussen. Rechts ein Foto der Stadt Nürnberg , wo die durchreisenden Exulanten ihren früheren Anführer Joseph Schaitberger begrüssen konnten.

Die Exulanten erreichten Berlin (links) und zogen weiter nach Posen (rechts) im Königreich Polen, dessen König den Durchzug erlaubt hatte.

Links oben: In Schwetz (Swiecie) mussten die Flüchtlinge die Weichsel mit dem Boot überqueren. Polens historischstem und längstem Fluss. Die alte Deutsch-Ordensburg der Stadt sieht heute viel besser aus, als sie es im 18. Jahrhundert tat. Rechts oben: Ein typisches Haus in dieser Gegend Polens, erbaut von niederländischen Mennoniten. Es steht in Christfelde (Chrystkowo) im Bezirk Swiecie.

So machten sich die tapferen Menschen zu Fuss, mit dem Planwagen und per Schiff in ihre neue Heimat, die keiner von Ihnen vorher je gesehen hatte und die so ganz anders war als die bergige Natur im Salzburger Land. Die Routen der Flüchtlinge wurden vorher genau festgelegt, damit sich die Belastung der Bevölkerung gleich verteilte. So geben die hier gezeigten Fotos einen Überblick über die Orte, die am Weg der Salzburger lagen. Die Städte und Landschaften haben heute noch weitestgehend das Gesicht, welches sich den Menschen in den Jahren 1731/32 bot.

Der Blick, der sich abends den Salzburgern bei der Überquerung der Weichsel im Jahre 1732 bot: Die mittelalterliche Stadt Kulm (Chelmno) im Königreich Polen auf der anderen Seite des Flusses.

Die nächste Stadt flussaufwärts entlang der Weichsel war die polnische Stadt Graudenz (Grudziadz), hier der Blick von der Stadtburg aus.

Hohe Wehrspeicher beschützten Grudziadz früher vor Angriffen. Hier musste man vorbei, folgte man dem Strom der Weichsel nordwärts nach Ostpreussen.

Die evangelische Kathedrale von Marienwerder (Kwidzyn). Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert.Die Burg des Deutschen Ritterordens in Mewe (Gniew) lag bei einigen Exulanten am Wegesrand auf der Strecke entlang des linken Weichselufers. Sie beherbergt heute ein Jugendhotel.

Links: Burg Rehden (Radzyn Chelminski), eine der schönsten Burgen des Deutschen Ordens im Osten. Seit Jahrhunderten eine Ruine, wies sie dennoch den Salzburgern den Weg nach Nordosten. Rechts: Burg Golau bei Gollub (Golup-Dobrzyn), erbaut zwischen 1293 und 1310. Gollub war zwischen 1772 und 1918 die deutsche Grenzstadt zu Russland. Das ehemalige Gebäude des Deutschen Ritterordens liegt hoch über dem Fluss Drewenz (Drweca)

Danzig (Gdansk) an der Ostsee. Die Stadt war zwischen 1466 und 1793 polnisch und war die letzte Grossstadt am Meer nahe der Grenze zu Ostpreussen.

OSTPREUSSEN WAR ERREICHT !

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