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ALS WIR NOCH PFENDTNER HIESSEN

Die nach derzeitigem Kenntnisstand erstmalige urkundliche Erwähnung unseres ältesten Vorfahren findet man am 24. Mai 1630, als ein David “Pfendtner” und seine Ehefrau Regina für 65 Gulden eine Hofstatt in Pehendorf, Herrschaft Rapottenstein (Waldviertel, Niederösterreich), erwerben. Pehendorf liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich von Linz an der Donau. Der Ort findet sich das erste Mal 1371 in einer Urkunde und änderte im Laufe der Geschichte mehrfach seinen Namen. 1539: Behanndorf, 1556: Behenndorf und 1643: Pöhaimbdorf. Der Name bedeutet “ein von Böhmen erbautes, oder nach Böhmen hin gerichtetes Dorf.”

Aufgrund unseres in Österreich damals wohl schon seltenen Nachnamens ist es denkbar, dass die Ursprünge unserer Familie mindestens bis ins Jahr 1449 in Niederösterreich reichen. Denn in diesem Jahr findet man im Umkreis von Pehendorf den bisher ältesten Nachweis eines “Pfentter”. Dieser Name wird in einer Urbar (Schuldverzeichnis) der in der Nähe gelegenen Stadt Zwettl erwähnt. Ebenso lassen sich “Pfentter” in den Jahren 1470 (Urbar Imbach, bei Krems) und 1497 (Urbar Maissau, ca. 30 Km östlich von Pehendorf) nachweisen.

Kopie der heute im niederösterreichischen Landesarchiv, Kreisgericht Krems, befindlichen Urkunde des Hofkaufes in Pehendorf durch David Pfendtner im Jahre 1630.

Indizien auf die Anwesenheit unserer Familie gibt es seit 1449: Der Nachweis wird aber nur sehr schwer möglich sein, da vieles durch Brände und Kriege zerstört wurde.

Im Gegensatz zu den “weltlichen” Einträgen, erfolgte das kirchliche (katholische) Erfassen der Geburten und Sterbefälle in der Herrschaft Rappottenstein im Waldviertel erst nach 1640, als das protestantische Leben fast wieder ausgelöscht war und unsere Vorfahren bereits die Gegend wieder verliessen. Wie später noch erläutert wird, flohen unsere Vorfahren um 1650 aus religiösen Gründen von Niederösterreich ins Frankenland.

Da keine weiteren “Pfendtner” in Österreich zu finden waren und unser Ahne nur mit seiner engsten Familie nach Deutschland übersiedelte, liegt die Vermutung nahe, dass seinerzeit vielleicht Teile der Familie ins benachbarte Ungarn geflohen waren. Dort waren Protestanten ebenso willkommen wie in Franken. Die Pfendtner im Raum Budapest sind allen Erkenntnissen nach aber erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts angesiedelte “Donauschwaben” aus dem Raum Biberach/Riss, Württemberg.

Die Eigentümer der Burg Rappottenstein waren auch Gebieter über die  gleichnamige Herrschaft im Jahre 1630. Sie mussten 1664 im Rahmen der Protestantenverfolgung die Burg an einen katholischen Eigentümer verkaufen (Foto: Juli 2006).

Unser Nachname - egal in welcher Schreibweise - ist heute in Österreich  nahezu ausgestorben. In der Alpenrepublik lebt er aber, wohl eher zufällig, im Pfänder-Berg am Bodensee weiter.

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